Das Fotowerk zeigt eine Überlagerung mehrerer Realitätsebenen:
ein realer Waldweg bildet die materielle Basis, darübergelegt sind
architektonische Fragmente sakraler Ordnung - gotische
Fensterformen, Achsen, vertikale Gliederungen. Sie erscheinen als
Licht - und als
Strukturphänomene. Der Dom existiert als optische
Emergenz: als Strahlen, Schleier, Farbrauschen und Interferenz.
Charakteristisch ist die Transparenzarchitektur der Strukturen.
Die vertikalne Linien wirken wie Pfeiler aus Licht.
Farbige Raster und digitale Artefakte wirken wie Bleiglasfenster.
Der Wald wird sakralisiert, ohne eine religiöse Symbolik zu zeigen.
Das Bildwerk bewegt sich zwischen einer
romantischer Naturmetaphysik, mit dem Wald als Kathedrale, einer
zeitgenössischer Digitalästhetik, mit Glitsche und Überlagerung
und der phänomenologischen Wahrnehmungsfrage:
Wo endet Natur, wo beginnt Bedeutung?
Der Titel Waldstrahlendom benennt diese Konstellation:
ein Dom aus Strahlung, Wahrnehmung und Licht.
Für Interessierte: hier sind alle Dokumente zu sehen, auf die
im Zuge der Entwicklung dieser Seite waldstrahlendom.html
von mir zurückgegriffen werden konnte.